Gotteszeller Böllerschützen e.V.
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Historisches über das BöllerschießenChristkindlanschießen
in Gotteszell Das
Böllerschießen ist Pflege und Erhalt alten Brauchtums und wird nachweislich
seit dem 14. Jahrhundert ausgeübt. Die ersten Hinweise auf das Weihnachtsschießen
gehen auf das Jahr 1666 zurück, während sich ab dem Jahr 1377 das Schießen überhaupt
nachweisen lässt. Auch
in Gotteszell wurde dieser Brauch schon Mitte des 18. Jahrhunderts gepflegt. So
steht in der "Gotteszeller Heimat-Geschichte", einem Buch von Lois
Treml: "Von
einer einmaligen Mitternachtsmesse wird in den Klosteraufzeichnungen berichtet,
als die Gläubigen oben am Kalvarienberg 1736 eine Bergweihnacht begingen. Man
wollte symbolisch die Geburt des Erlösers mit dessen Kreuzestod verbinden. Ein
großer Holzstoß wurde entzündet und der Feuerschein tauchte Menschen und Berg
ins Geisterhafte. Im
Stadel des „Singknabenhauses“, dessen Seitenbretter der besseren Zusicht
wegen abgenommen waren, zelebrierte der Abt mit großer Assistenz die
Mitternachtsmesse. Zur Wandlung, der Wiedergeburt des Gottessohnes, krachten Böllerschüsse
zu Tal, Trompetenklänge mischten sich unter das Geläut der Kirchenglocken. Hunderte
von Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung waren zugegen und es bot
sich wohl ein recht malerisches Bild, als die Mettenbesucher mit ihren Laternen
und selbstgemachten Fackeln auf den Berg gingen und später wieder verließen.
Es war die erste aber auch einmalige Bergweihnacht auf dem Kalvarienberg zur
Klosterzeit."
Die
Entstehung des Böllerschießens Man
muss davon ausgehen, dass das "Lärm erzeugen" nicht erst nach
Erfindung des Schießpulvers aufkam, sondern seine Ursprung weit vor diesem
Zeitraum zu finden ist. Der bei den Menschen tief verwurzelte Aberglaube war
Ausgangspunkt für dieses Tun. Schon früher wollte man unter anderem Dämonen
durch Lärm vertreiben, z.B. beim Wolfausläuten. Das Erwachen der Natur nach
der Wintersonnenwende wurde ebenfalls in dieses Brauchtum übernommen. Zur Ausübung
dieses Treibens verwendete man zunächst Glocken, Peitschen oder ähnliche
Dinge, bis der Lärm auch "maschinell", d.h. mit Böllern und Kanonen,
erzeugt werden konnte. Es war früher üblich, an den bedeutendsten Raunächten
der Weihnachtszeit zu schießen. Raunächte sind im Volksglauben drei der von
Spuk erfüllten mittwinterlichen Zwölfnächte, und zwar die erste (vom 25.12),
die mittlere (Neujahrsnacht) und die letzte (zum 06.01.). Die
einzelnen Bräuche sind sehr mannigfaltig und unterscheiden sich von Region zu
Region. Im
Berchtesgadener Land wie auch anderswo wird am Fronleichnamsfest geschossen.
Jeweils 3 Schüsse werden abgefeuert. Ebenso wird auch bei Hochzeiten
geschossen. Ein alter Brauch war auch das Johannisschießen. Beim Entzünden des
Johannisfeuers wurden Schüsse abgefeuert. Auch bei Taufen wurde zu Ehren des
neuen Weltbürgers geschossen. Genau
so wurde oder wird zu besonderen Anlässen wie Geburtstagsfeiern, Kirchweihen,
Ehrungen, Fahnenweihen, Beerdigung usw. geschossen. Auch in Gotteszell wird seit
jeher bei Beerdigungen von Mitgliedern des Veteranen- und Reservistenvereins mit
der Kanone geschossen. Die
Zahl "Drei" bezeichnet wie sonst, auch so bei der Salve (auch Salut
genannt), das Abgeschlossene, Vollendete, Vollständige. Nachdem
die Kirche diesen Bräuchen nicht immer freundlich gegenüberstand, versuchte
sie durch eine stärkere Bindung an den Klerus diesen Aberglauben auszutreiben.
Da auch vereinzelt Missbrauch mit dem Schießen getrieben wurde, kam es
wiederholt zu Schießverboten. Lockerungen dieses Schießverbotes wurden
vorgenommen, wenn es galt, große Feste der Obrigkeit durch Schießen lautstark
kundzutun und der Freude Ausdruck zu verleihen. Alleine in Bayern pflegen über 600 Vereine mit mehr als 8.300 Böllerschützen diesen alten Brauch!
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| Letzte Aktualisierung:
25.07.2010 |